Das Ding mit genderneutraler Kinderkleidung…

Genderneutral – so ein sperriger Begriff für ein bisschen kindgerechte Kleidung. Da meine Töchter alle Farben des Regenbogens tragen und seit jeher tragen durften, werden sie auch seit jeher immer mal wieder für Jungs gehalten. Ein später Haarwuchs und somit keine verräterischen Spängchen oder Zöpfchen taten da ihr Übriges und schon wurde aus der blauen Kinderjacke eine Jungsjacke und aus den Krokodils-Schuhen – Jungs-Schuhe. Kann ja gar nicht sein, dass alle Farben für alle Kinder sind.
Da ich Dogmatismus aber nicht mag und sehr für differenzierte Haltungen zu haben bin, versuche ich auch kein grosses Ding aus meiner Kindererziehung zu machen. Wer mich trotzdem dabei erwischt, der werfe bitte den ersten Stein – an meinen Kopf. Danke.  Offenheit und Toleranz sind mir einfach wichtig – in allen Bereichen. Also muss auch ich schließlich über meinen Tellerrand gucken.

Eine meiner besten Mama-Freundinnen liebt alles in pink und ihre Tochter lebt in einem pinken Universum und wir lachen öfter gemeinsam darüber, wie unterschiedlich unsere Sichtweisen sind.

Tatsächlich ist es so, dass ich blau schon immer sehr mochte. Ich bin selber blond und habe blaue Augen und finde, das steht mir einfach. Und so erwische ich mich auch beim Einkaufen für meine blonden und blauäugigen Mädels immer wieder dabei, nach den selben Farben zu greifen. Das ist da wohl so ein voreingebauter Filter bei mir.

Wahr ist aber auch, dass es mir wichtig ist, meinen Töchtern beizubringen, dass alle Kinder mit allem spielen dürfen, dass sie alles werden können und daher auch tragen dürfen, was immer ihnen gefällt. Und schon sind wir beim Thema Jungs-Mädchen-Spielsachen bzw. Jungs/Mädelsklamotten, also der Vorsortierung in Kategorien und damit auch dem Überstülpen von Erwartungen. Jungs sind cool und lässig und stehen auf Bagger und Mädchen sind “sweet” und spielen nur mit Puppen. Und später werden Jungs dann Ärzte oder Raumfahrer und verändern die Welt und Mädchen machen den Haushalt. Da kommt die rosa-hellblaue Falle ins Spiel, die tatsächlich existiert und die eben doch Vorurteile darüber zementieren kann, was Mädchen bzw Jungs tun dürfen bzw wie sie sein sollten. Sehr schön ausführlich erklärt wird das übrigens hier bei Ich-mach-mir-die-Welt. Besser kann ich das auch nicht.

Das möchte ich einfach nicht für meine Kinder.

Ich möchte, dass ihnen verdammt nochmal die Welt offen steht. Dass sie den Kopf in die Wolken stecken und sagen, ja – genau das da oben, das will ich.

Das will ich machen, das will ich werden. Und das fange ich jetzt einfach an. Und dabei sollen sie nicht darüber nachdenken, ob das richtig ist.

Also versuche ich schon eine gewisse Ausgewogenheit herzustellen. Sei es nun bei Kleidung, Spielzeug oder Aktivitäten. Das Kind will reiten lernen? Okay. Das Kind will boxen lernen – genauso okay.  Auf dem Bild oben seht ihr meine große Tochter, als sie ihre große Feuerwehr-Phase hatte. Feuerwehrmann Sam war ihr großes Vorbild und sie lief die komplette Faschingszeit mit ihrem Feuerwehrhelm herum. Kurz danach trat dann Eiskönigin Elsa in unser Leben. Aber auch dieser Hype ist bereits wieder am abebben.

Wenn es um Kleidung geht, sind – wie oben bereits erwähnt – einfach alle Farben und Formen erlaubt und wenn man gewohnt ist, danach zu suchen, findet man auch bei herkömmlichen und günstigen Herstellern wie z.B. H&M oder Zara genügend Alternativen von ewigen Schleifchen-Süßi-Style für Mädchen.
Einfach mal das Mädels-Jungs-Schild über der Kleidung ignorieren hilft dabei übrigens ungemein. Für kleinere Kinder gibt es auch z.B. bei DM immer wieder sehr hübsche und weiche Bio-Klamotten von Alana. Und an dem Laden kommt ja kaum eine Mutter von kleinen Kindern herum.

Und wenn ihr euch jetzt fragt, wo es eigentlich noch coole Kindersachen gibt, die mit diesen Gendernormen brechen, bitte sehr.

Hier kommen meine Top 5 Kinder-Shops: 

  1. tobiasandthebear.com Coole Baby- und Kinderklamotten aus UK – mega coole und moderne und bequeme Kleidung mit dem Ökotex-Zertifikat , weil “Both boys and girls love superheroes, they both love animals and they both love pink – and why shouldn’t they.”
  2. quirkiekids.com Über Instagram bin ich auf diese tolle Label aus den USA gekommen und ich liebe diese Klamotten mit Message. Quirkie Kids is all about celebrating childhood and letting kids be kids. We believe that boys can be sweet and kind and that girls can be rough and tumble. We also believe that kids should be free to wear what they love. 
  3. freetobekids.com Mit diesem Shop fing für mich alles an. Mädels und Jungs sind hier zb. “tough like mummy” oder “kind like daddy”. Ja so einfach kann es sein. Ihr seht schon wohin die Reise geht.
  4. maxomorra.com Das schwedische Label stellt wahnsinnig bunte Bio-Kinderkleidung her, die einfach Lust auf Leben, toben und Sonne macht. Wer bunte Tier- oder Früchteprints liebt, kommt hier voll auf seine Kosten.
  5. bodendirect.de Zugegeben, die Kindersachen des britischen Labels Boden sind nicht ganz billig. Aber die Qualität ist top. Die Sachen halten bei uns ohne Probleme auch fürs zweite Kind und sehen selbst danach immer noch passabel aus. Die Stoffe sind weich und die Schnitte kindgerecht und die Prints erinnern mich an Bullerbü-Kinder.

One thought on “Das Ding mit genderneutraler Kinderkleidung…

Leave a Reply