Liebes 2018, ich wünsche mir mehr Miteinander von dir.

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Photo by Dương Hữu on Unsplash

Hallo im Jahr 2018 ihr lieben Menschen da draussen. Seid ihr alle gut reingerutscht in dieses neue Jahr? Wir hatten es ganz gemütlich und das war genau das richtige Setting für uns. Blogauf und abwärts werden sie nun gepostet – die guten Vorsätze. Alle möchten sich besser ernähren, mehr Sport machen, bewusster leben. Und ich finde das auch gar nicht verkehrt. Nur wer sich immer wieder neue Dinge vornimmt, kann sich auch weiter entwickeln. Trotzdem möchte ich mich nicht einreihen in diesen Reigen. Denn ich möchte mir lieber etwas wünschen von diesem neuen Jahr.

Liebes 2018,

ich wünsche mir nicht weniger als einen gesellschaftlichen Wandel von dir. Ich weiß es gibt sie da draussen, die guten Menschen. Die, die Rücksicht nehmen, füreinander da sind und sich für andere einsetzen. Die auch mal selbstlos sind, ohne Hintergedanken. Die helfen, ohne zu fragen und die selbst  im Morgengrauen schon ein Lächeln parat haben. Aber es gibt auch viele, viele andere. Und manchmal erscheinen sie mir wie die große laute Masse.

Es ist die Masse der Ich-Zuerst-Menschen.

Sie haben keine Zeit für die Frau mit dem Baby im Kinderwagen und Kleinkind an der Hand, die versucht zum nicht-barrierefreien Bahnsteig zu gelangen. Sie besetzten Sitzplätze lieber mit ihren Taschen anstatt dem älteren Mann mit Gehhilfe Platz zu machen. Sie stöhnen über kleine Kinder, die beim Einkaufen „aus der Reihe tanzen“. Sie ereifern sich, weil Menschen im Wartezimmer vor Ihnen dran genommen werden. Sie rümpfen die Nase über jeden, der anders aussieht. Zu dunkelhäutig, zu viel Kopftuch, zu schwul – von allem zu viel und zu anders. Sie haben kein Verständnis für diejeinigen, die etwas anders machen. Sie drängeln sich vor, sind ungeduldig und lassen ihrem Unmut freien Lauf ohne nachzudenken. Sie pöbeln beim Bäcker, auf der Straße oder in Kommentarspalten. Sie fühlen sich benachteiligt, übergangen, nicht ernst genommen. Ich zuerst – lautet ihr Mantra. Ellenbogen raus, das hier ist eine Leistungsgesellschaft, wer nicht mitkommt, hat Pech gehabt.

Aber so, liebes Jahr 2018 kann es nicht weiter gehen.

Wenn alle gleichzeitig durch die Tür drängen, kommt keiner weiter. Im Gegenteil. Wir bleiben stecken. In der Tür und in unserer Mittelmäßigkeit. Wir verwehren uns die Chance über den Tellerrand zu blicken. Wir können so nicht Anteil nehmen, bleiben immer in unserer kleinen Filterbubble, verlassen unsere Komfortzone nicht. Sitzen gemütlich im Die-anderen-sind-alle-doof-Sessel und merken gar nicht, wer hier eigentlich vor sich hin mieft.

Was wäre, wenn…

…jeder von uns sich vornähme nur einmal am Tag die Augenbraue unten zu lassen, die Worte runterzuschlucken, einen Gang runter zu schalten und Rücksicht zu nehmen? Vielleicht sogar auf jemanden, den wir gar nicht kennen? Würde davon die Welt untergehen? Sicher nicht. Würden uns die Zacken aus unseren Krönchen brechen? Wohl kaum. Wir würden vielleicht mal ein paar Minuten verlieren, aber bekämen dafür mit etwas Glück ein Lächeln geschenkt.

Und das macht so richtig schön warm. Von innen. Das verspreche ich dir, neues Jahr.

Was wäre wenn …

…wir Botschaften aussenden würden? Von Liebe und von Freundlichkeit, von Miteinander statt Gegeneinander, von Unterstützung statt Anklage? Du sagst, das sind so große Worte. Aber ich sage, das kleine Detail, die liebevolle Geste, ein aufmunternder Blick können schon einen Unterschied machen.

Was sagst du? Ich bin eine Träumerin?

Ich verliere mich in Sentimentalitäten? Ja da hast du vielleicht Recht. Aber wenn du sagst, dass für Träume in dieser Welt kein Platz ist, dann muss ich dir widersprechen. Für Träume ist immer Platz, sie suchen sich ihren Raum. Und es sind die Spinner und Verrückten, die Anderen, die Querdenker, die etwas verändern. Manager nennen das  „out of the box“ denken. Kleine Kinder machen es einfach. Und wenn ich mir eines mein Leben lang aufrecht erhalten möchte, dann ist das mein Glaube etwas anders machen zu können.

Ich möchte gegen den Strom schwimmen, wenn mir die Richtung der anderen nicht gefällt. Ich möchte das Glas nicht halb leer sehen, nur weil du es so siehst. Ich möchte die vielen, verschiedenen Feinheiten im Grau sehen und nicht nur Schwarz und Weiß.

Nenn du es ruhig kindliche Naivität – ich nenne es Hoffnung. Weißt du 2018, zusammen sind wir wirklich weniger allein.  Also, was sagst du? Haben wir einen Deal?

Love, deine Sonja <3

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6 thoughts on “Liebes 2018, ich wünsche mir mehr Miteinander von dir.

  1. das sind wahre Worte in Wünschen und Vorstellungen gepackt …
    an das Leben …
    an das noch unvollkommene … bevorstehende … ungewisse Neue Jahr 2018 …
    liebe Neujahrsgrüße mit den besten Wünschen
    die zuzaly 🙂

  2. Was für schöne Worte liebe Sonja!! <3
    Ich kann dir nur total zustimmen, wir sollten das Jahr mit ganz viel Liebe, Freundlichkeit und Verständnis beginnen und auch fortführen. Auch wenn es zum Glück nicht nur solche Menschen gibt, die du oben beschrieben hast, ist es doch wichtig sich immer mal wieder daran zu erinnern, was für eine Gesellschaft man mit seinem eigenen Handeln erschafft. Denn man sagt ja: so wie es in den Wald hinein schreit, so schallt es auch hinaus. Immer klappt das nicht, aber man kann mit bestem Beispiel voran gehen und andere dadurch dazu inspirieren ihre eigene negative Sichtweise zu überdenken.
    Außerdem macht einen selbst das viel glücklicher!

    Liebe Grüße und einen guten Start ins neue Jahr <3

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