Monster unterm Bett – von Kindern und anderen magischen Wesen

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Heute nacht können die Monster nicht ins Kinderzimmer. Wir haben nämlich ein Schild gemalt. Mit Monstern, die sich vor lachenden Kindern fürchten. Und drauf geschrieben hab ich es auch nochmal: für Monster verboten. Und nun hängt es an der Kinderzimmertür. Erleichtert ist meine kleine Große bald Vierjährige in ihr Bett geklettert und war ganz sicher, heute nacht hab ich keine Angst. Und tatsächlich, nach ein paar Nächten war der “Spuk” im wahrsten Sinne vorbei.

Die magische Phase – oder auch verrückt verzaubernde Geschichten

“Während der magischen Phase ist für Kinder alles möglich” erklärt die Seite kindergesundheit.info. Das bedeutet, schreckliche Dinge können ebenso wahr werden wie wunderschöne. Ist das nicht eigentlich eine wunderbare Eigenschaft? Und ist es nicht verständlich, dass Kinder ihre unspezifischen Ängste, die sie nicht beschreiben aber sehr wohl fühlen können,  in so ein körperliches Wesen wie ein Monster oder eine Hexe kleiden? Ach was würde ich dafür geben, wenn ich den Schmerz über die Krankheit einer lieben Person auf ein gruseliges Tier übertragen könnte, nur um es dann zum Teufel zu jagen!
Mediziner nennen das Phänomen übrigens eine in sich stimmige “magische Logik”.
Die Kinder erklären sich die Welt mit den Mitteln, die sie zur Hand haben. So regnen Wolken, weil sie traurig sind. Klingt ziemlich einleuchtend, oder? Wer sich noch eingehender mit der Enwicklung von Kindern beschäftigen möchte, kann hier rüber hüpfen zum Entwicklungsstufenmodell nach Piaget.

Wann beginnt die magische Phase?

Wir sind gerade mal wieder mitten drin. Laut Fachliteratur beginnt die magische Phase in der Regel mit drei Jahren und beschäftigt die Kinder bis ungefähr zum fünften Lebensjahr. Bei uns kam das erste magische Hoch ungefähr um den zweiten Geburtstag. Da wurde auch die kleine Schwester geboren. Also wer weiß, vielleicht verarbeitete die große Maus mithilfe von Hexen gerade ihre für sie so schwer greifbaren Ängste rund um die “Enttrohnung” als Erstgeborene?
Dann war eine ganze Weile lang Ruhe und jetzt mit bald vier Jahren haben wir ein kleines Revival mit Monstern. Was genau dahinter steckt, kann ich nur mutmaßen. Vielleicht ein weiterer Abnabelungsprozess, vielleicht bewerte ich das auch einfach über. Klar ist aber, für meine Tochter ist das Problem real. Also kümmern wir uns drum.

Wie wir mit magischen Wesen umgehen

Eine Zeitlang fürchtete sich mein Kind vor Hexen, die sie in einem einsamen Haus auf unserem Weg zum Ponyhof vermutete. Ich sollte dann immer ganz schnell fahren, damit die Hexen uns auf ihren Besen nicht fangen können. Haben wir also gemacht und hinterher laut in den Kofferraum “gebuht”, falls sich da doch eine verfangen hatte.

Nun haben wir also Monster, die nachts ins Kinderzimmer kommen. Eine ganze Monsterfamilie ist das anscheinend, die nichts Besseres zu tun hat, als meine Kinder zu erschrecken, wenn diese in ihren Bettchen schlafen. Das kann ich als Löwenmama natürlich nicht zulassen. Also überlegen wir gemeinsam, was wir gegen diese dreisten Eindringlinge machen können.

Monster sind real

Eine Sache hat für mich aus persönlichen Gründen eine große Bedeutung: Ich nehme meine Kinder und ihre Sorgen und Ängst immer ernst. Das gehört für mich einfach zu einem respektvollen Umgang dazu. Ich möchte meinen Mitmenschen auf Augenhöhe begegnen, egal wie groß oder klein, jung oder alt diese sind.
Kinderängste sind real, egal wie diese für uns auch wirken mögen. Die Kinder denken sich das nicht aus, um uns zu ärgern, anzulügen, sich wichtig zu machen oder was es da sonst so für Gerüchte geben mag. Für die Kinder sind die Monster ein wahrhaftiges Problem. Das bedeutet für uns, dass ich mir gemeinsam mit meinen Kindern eine Lösungsstrategie überlege. Wenn ich sie daran teilhaben lasse, haben sie umso mehr das Gefühl, selber aktiv ein Mittel in die Hand zu bekommen, was sie wiederum stärkt.

Praktische Helferlein – Monstersprays und Traumfänger

Bei der letzten Monsterattacke vor ungefähr zwei Jahren hatten wir ein Monsterspray mit Lavendelduft, das wir vor dem Zubettgehen versprüht haben. Bei bösen Träumen können auch bunte selbstgebastelte Traumfänger wirklungsvolle Helferlein sein. Die Hexen haben wir mit lautem Schreien oder Kinderlachen erschreckt und nun haben wir ein Schild an der Tür hängen, dass den Monstern zeigt, dass das Kinderzimmer für sie verboten ist.

Wenn man sich auf die magische Welt einlässt, kann es richtig Spaß machen, sich gemeinsam mit den Kindern etwas auszudenken. Ich kann dann selber wieder Kind sein und genieße es, dass eben doch alles möglich ist. Geister sauge ich dann mit meinem Spezialsauger ein. Da bin ich als 90er Kind nämlich Experte drin. 😉

Haben eure Kinder auch Angst vor Monstern, Geistern oder anderen Übeltätern? Ich bin gespannt zu hören, wie ihr damit umgeht. Love, eure Sonja <3

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