Der vierte Geburtstag – das erste Mal ohne Eltern feiern

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Photo by Viktor Forgacs on Unsplash

Seit Wochen gibt es bei uns zuhause kein anderes Thema mehr. Der vierte Geburtstag der großen Tochter steht an. Und der wird dieses Mal ohne Eltern gefeiert. Premiere für uns alle.

Es hatte sich in den letzten Monaten bereits angekündigt. Immer öfter verzogen sich die „Großen“ ohne Eltern ins Kinderzimmer. Dann folgten die ersten Spielverabredungen ohne Mama. Und kurz darauf auch der Wunsch, bei der besten Freundin zu übernachten.

Wahnsinn, mein Kind wird tatsächlich groß.

Immer wieder sitze ich staunend vor diesem kleinen großen Mädchen, dass sich doch nachts immer noch regelmäßig unter meine Bettdecke schleicht. Tagsüber weicht die Schüchternheit aber immer öfter einer tiefen Entschlossenheit und ich lasse sie gerne ziehen. Zeigt sie mir doch auf so unmissverständliche Weise, dass sie nun bereit ist, größere Kreise zu ziehen.

Hätte mir das einer vor vier, drei oder zwei Jahren erzählt, ich hätte wohl große Augen gemacht. Dieses Mädchen, das über eineinhalb Jahre nicht von Mamas Brust lassen wollte, das so viel Nähe und Zuspruch in den letzten Jahren brauchte, das ehemalige Highneedbaby – genau dieses Kind fängt an, seine eigenen Wege zu gehen. Verrückt, aber ich könnte kaum stolzer sein.

Loslassen – gar nicht immer so einfach.

Als das große Tochterkind ankündigte, nun gerne bei seiner besten Freundin übernachten zu wollen, war ich noch recht skeptisch. Doch sie kannte die Familie von klein auf und ihre Mama ist immerhin auch eine meiner besten Freundinnen. Also beschlossen wir, es doch einfach zu probieren.

Insgeheim war ich dann aber sehr überrascht, als um neun Uhr abends die Nachricht kam, dass beide Mädels nun tief und fest schlummerten. Ich hatte mich innerlich doch eher darauf vorbereitet nochmal loszufahren. Und fühlte mich nun seltsam leer.

Auch das Haus – mit nur einem Kind ganz schön leise. Am nächsten Morgen dann, der erste Morgen ohne meine Tochter seit ihrer Geburt. War das komisch. Ich tigerte unruhig auf und ab, spielte etwas nachlässig mit der Kleinen und konnte doch an nichts anderes als an meine Große denken.

Als ich um elf Uhr dann bei unseren Freunden vor der Tür stand, wurde ich mit einem „Boah Mama, du bist viel zu früh“ begrüßt. Tja, so kann es gehen. Stolz war ich natürlich trotzdem. Und nach der zweiten Übernachtung und seit sich Verabredungen ohne Eltern mehren, werde auch ich besser in diesem Loslassen.

Inzwischen genieße ich es dann Exklusivzeit mit der kleinen Motte zu verbringen. Die findet das allerdings gar nicht immer so toll. So sehr sich die Zwei fetzen können, sobald eine fehlt, fehlt eben wirklich was. Anstatt sich zu freuen, dass Mama nun endlich mal ganz allein Bücher vorlesen oder mit ihr bauen kann, weint das Mäusel lieber, weil es  die große Schwester vermisst. Und rennt wie angestochen zur Tür, sobald ich die erlösenden Worte: Schwester abholen? ausspreche.

Ohne Eltern? Aber gerne.

„Aber Mama, das ist doch ein KINDERgeburtstag!“ Ja logisch, ne? Nun ist es also so weit. Zum ersten Mal machen wir allein die Entertainer. Die eingeladenen Kinder waren übrigens gleichermaßen begeistert wie die ausgeladenen Eltern, die sich doch tatsächlich auf zwei entspannte Stunden ohne oder zumindest mit weniger Kindern freuen. Frechheit. 🙂 Aber wie kann man das als partyausrichtende Eltern so entspannt wie möglich runterrocken? Geht das überhaupt?

Spaghetti mit Tomate und ausquartierte Katzen

Der Plan sieht folgendes vor: Der vierzehn Wochen alte Kater darf noch nicht alleine raus und muss für die Party unters Dach ziehen. Sieben Kinder, die rein und raus rennen, sind mir dann doch zu gefährlich. Auch wenn das Tochterkind etwas enttäuscht ist, dass es nicht allen seinen Freunden den (armen) Kater zum Kuscheln in die Arme legen darf. Aber sie wird darüber hinweg kommen.

Der Speiseplan wird dieses Mal simpel. Es gibt auf Wunsch des Kindes Erdbeerkuchen und Eis. Und später dann Spaghetti mit Tomatensauce. Dieses Mal soll mir kein Kind schmachtend vor den Bockwürstchen sitzen, weil ich vergessen habe, welche ohne Schweinefleisch zu kaufen.

Ponyreiten und durch den Garten rennen

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Der Prototyp für die wilde Pferdesause steht schon mal. 🙂

Der Animationsplan sieht im Wesentlichen vor, mit den Kindern Steckenpferde aus Poolnudeln zu basteln und damit ein Wettrennen zu veranstalten. Ansonsten sollen die Kinder bitte einfach selbstständig durch den Garten rennen und Spaß haben. Wehe, es gibt wirklich das angesagte Gewitter morgen. Hast du gehört, Wetter?

Zur Unterstützung kommt neben dem Mann und mir noch meine Freundin dazu. Und dann hoffen wir, dass wir den Kindern ein paar tolle Stunden so ganz ohne ihre Eltern ermöglichen können.

Und für den Abend steht schon mal die Weinschorle für die Großen im Kühlschrank parat. So, hab ich an alles gedacht? Was sagen die kindergeburtstagserfahrenen Eltern? Ich freu mich von euch zu hören. Love, eure Sonja <3

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3 thoughts on “Der vierte Geburtstag – das erste Mal ohne Eltern feiern

      1. Na siehst du, hast an alles gedacht 👍
        Viel Spaß morgen und dicken Drücker für das Geburtstagskind

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