Der Mama-Magnet – Könnt ihr nicht mal eine Minute ohne mich auskommen?

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Wahnsinn is taking over ….  Photo by Bernard Hermant on Unsplash

Kennt ihr diese moderne Legende auch? Die die gerne auch von Vätern erzählt wird? Die davon handelt, was man alles schaffen kann, obwohl die Kinder in der Nähe sind? Weil die Kinder ganz friedlich vor sich hin spielen… GANZ FRIEDLICH VOR SICH HIN SPIELEN?! Das muss ich mir nochmal kurz auf der Zunge zergehen lassen..

Ich hab davon auch schon mal gehört. Und ich glaube neulich hab ich es sogar gesehen. Mit eigenen Augen. Für eine Hundertstelsekunde. Und dann haben die Kinder mich entdeckt. Wie ich hinter dem Türrahmen stand. So ein Türrahmen ist eben auch recht schmal.

Und dann ging es los.

“Maaaaaamaaaaaaaaa!”

“Mama, ich hatte den Wocki (Rocky von der Paw Patrol, Anmerkung der Redaktion.) als Erste!”

 

“Mama, die Dings hat mich geärgert.” ”

Maaaama, ich will auf den Arm!”

“Mama, guck mal was ich kann! Mama? Maaaama, guuuuuuuck mal! Oh Mama, du sollst richtig gucken.”

“….”

Egal wo und wann ich auftauche, sobald ich ins Blickfeld der Kinder gerate, ist Schluss mit Ruhe.

Der Mann kann durch den Garten laufen, Äste schneiden, Rasen mähen, umpflügen, Häuser bauen oder abreissen. Direkt vor ihren verdammten kleinen Augen! Interessiert keine Sau.

Aber sobald die kleinen Suchscheinwerfer auch nur den Hauch eines meiner Körperteile erhaschen, gibt es kein Entrinnen mehr.  Wenn Mama da ist, dann soll sie gefälligst mitspielen, zugucken, applaudieren oder als Pferd über den Boden krabbeln.  Pech gehabt.

Wie haben das eigentlich unsere Omas und deren Omas gemacht? Die sind doch sicher nicht durch die Krümel der Küche gekrochen und haben sich dabei “Hüa Amadeus!!” ins Ohr schreien lassen, oder? Bitte sagt mir, dass ich nicht die Einzige bin!!

Ich muss gestehen, ab und an ist das natürlich lustig. Gerade nach einem anstrengenden Arbeitstag entlocken mir die kleinen Chaoten mit ihren verrückten Ideen ein Lächeln und ich lasse mich nur zu gerne darauf ein.

Aber ab und an ist da natürlich auch noch dieses Haus. Das aufgeräumt werden will oder Wäsche, die zumindest mal wieder in die Schränke geräumt werden sollte. Oder Essen, das gekocht werden möchte. Also lauter so Dinge, um die ich mich in der Regel jetzt auch nicht zwingedn reiße, aber die sich eben nicht wegdiskutieren lassen. Und die ich auch nicht outsourcen kann oder will. Wer hat im echten Leben schon Geld für eine Misses Doubtfire, die den ganzen Kram schmeisst?

Mithelfen ist ja auch Fluch und Segen in einem.

Klar, ich kann die Kinder total pädagogisch wertvoll in alles mit einbinden. Ich sortier die Socken, sie werfen sie durch die Gegend. Super Deal. Die Große möchte das auch wirklich immer. Ob ich gerade nur eine Dose Mais aus dem Keller hole oder zur Nachbarin hüpfe, um unser Paket abzuholen. Mama macht was? Da will ich mit. Kochen? Immer. Aber Mama, Paprika schneiden ist langweilig. Ich will was Cooleres machen… hach ja.

Aber jetzt mal im Ernst, manchmal will ich einfach nur eine halbe Stunde in Ruhe in der Küche stehen und beim Kochen laut Broilers mitbrüllen anstatt Biene Maja zu hören.
Ist das wirklich zuviel verlangt? Ich habe manchmal das Gefühl, ich muss mich für jede Sekunde, die ich nicht meinen Kindern widme, entschuldigen. Ich muss mich immer rechtfertigen. Nicht vor dem Mann. Nö, der ist tiefenentspannt. Was den aus der Ruhe bringen könnte, ist mir noch nicht über den Weg gelaufen.

Aber vor den Kindern muss ich mich rechtfertigen. Mama will alleine mit ihren Freundinnen Essen gehen und abends mal zwei Stunden weg? Es folgen selbstverständlich tränenüberströmte Abschiede. Noch einmal drücken, nochmal küssen, oh bitte nur noch EINMAL ganz doll an Mama festklammern.

Geht der Mann zum Sport oder ist vielleicht schon morgens beim Aufwachen weg, es tut mir wirklich leid das zu sagen, weil sie ihn auch sehr lieben… so wie ich natürlich… Aber ganz ehrlich, meistens erntet er von den Kindern höchstens ein Schulterzucken. Okay, was spielen wir?

Haha, als hättest du einen Magneten im Hintern!

 

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Versteckt. Vielleicht sollte ich mir bei der Katze ein paar Tricks abgucken. Photo by Mikhail Vasilyev on Unsplash

Sagt dann auch dieser tiefenentspannte Mann zu mir, während ich mal wieder versuche im Haus rauf und runter zu laufen und irgendwie meine Tasche zu packen für den Wochenendtrip zu Oma. Kaum bin ich auf einer Etage angekommen, werde ich belagert. Die Kleine macht im Moment besonders gern die Gefängniskugel. Also auf den Fuß setzen und festklammern. Und dann humpel ich so durch die Zimmer,  Jeans und Shirts auf dem Arm balancierend und bin froh, wenn wir nicht alle  übereinander purzeln.

Tja, an Mama stellen die Kids irgendwie andere Erwartungen als an Papa. Sogar wenn beide Teilzeit arbeiten und gleich viel für die Kids da sind. Mama ist eben auch die erste Liebe für die kleinen Würmchen, so von Bauch an und so. Vielleicht liegt das ja da dran. Also das können die Bindungsexperten sicher besser erklären als ich.

 

Und trotzdem.. ein bisschen Freiraum braucht auch Mama. Wenigstens ein paar Zentimeter. Also bitte Kinder, könnt ihr nicht mal ein paar Minuten ohne mich klarkommen? Und in ein paar Jahren bin ich dann die, die klammert. Okay? Ach so, das findet ihr dann doof? Ja, das ist dann aber so. Da könnt ihr dann um eure Zentimeter kämpfen. Versprochen. 🙂

Wie ist das so bei euren Kindern? Klammern die auch bei Mama? Oder vielleicht bei Papa?  Oder sind eure schon groß? Ich freu mich von euch zu hören.

Liebe Grüße vom Sofa. Wenn die Kids schlafen – das Wacken von Kleinkindeltern. 😉  Love, eure Sonja <3

3 thoughts on “Der Mama-Magnet – Könnt ihr nicht mal eine Minute ohne mich auskommen?

  1. Haha. Das Wacken von Kleinkind Eltern. Ist bei uns ähnlich, aber phasenabhängig. Beim Papa im Arbeitszimmer ist es nämlich sau spannend und dann kann ich mal kurz auf die Couch hauen. Oder den Spielteppich. 🙂

    1. Hihi… dann schlummer mal schnell auf dem Spielteppich. Mein Mann nimmt die Kids auch mit zum Auto basteln oder sowas.. dann triben sie auch mal da ihr Unwesen. Aber wehe ich laufe durchs Bild… 🙂

  2. Genau so. Und vom Ehegatten darf man sich dann anhören, warum man nichts geschafft hat, mit 3 Kindern unter 5 Jahren. Aber wehe er soll sich mal 2 Stunden um alle 3 kümmern, damit Mama mal zum Sport kann. Ist nicht drin.

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