Der Winter gehört den Kinderkrankheiten – endlich wieder Betreuungs-Lotto

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Und schon wieder sind sie krank, die lieben Kleinen. Sobald die Temperaturen fallen, geht es los. Es wird gehustet und geschnieft und eigentlich können wir uns noch glücklich schätzen, dass es nur das ist. Schlaf? Ach komm, geh wech…

Das Immunsystem, dieses Bollwerk gegen Eindringlinge, hat nunmal ordentlich zu tun bei unseren Kleinsten. Denn es will und muss lernen, wie das so funktioniert mit dem Abwehren von Grippe-Viren, Campylobacter-Bazillen oder Salmonellen. Aber ach, dass die partout immer alle gleichzeitig durch die Tür wollen. Muss das sein?

Die Krankheiten-Ampel hängt wieder

Kita-Eltern kennen diesen berühmt-berüchtigten Zettel nur zu gut. Es ist der wohl meist gefürchtete Zettel im Kindergarten. Und er vermeldet nichts Gutes. In besonders schlimmen Tagen steht der Zeiger auf Magen-Darm, Läusen und auch noch Hand-Fuß-Mund. Bingo. Am liebsten würden wir Eltern uns doch hier auf dem Absatz umdrehen, den Nachwuchs im Rennen schnappen und zum Winterschlaf in die nächstbeste Höhle verziehen, oder?!

Aber ach das liebe Geld. Die allermeisten von uns geben ihre Kinder ja trotz aller Überzeugung vom pädagogischen Konzept auch in die Kita, weil man mit Kleinkindern im Gepäck eben so schlecht arbeiten kann.

Ob wir nun als Verkäuferin, Büroangestellte, IT-Expertin oder Führungskraft unsere Brötchen verdienen, kleine Kinder sind als kostenlose Hilfskräfte ja meist eher bedingt geeignet. „Schatzi, nicht mit dem Tacker spielen, ich hab dir doch gesagt, du sollst bitte die Gehälter freigeben. Muss ich dir echt das komplette SAP-Programm nochmal erklären? “ Nee, das funktioniert so nicht.

Und jetzt? Kopf in den Sand stecken?

Ist natürlich keine Lösung. Und auch schlecht machbar. Also geben wir unsere Kinder in die Gruppe und hoffen inständig, es möge doch bitte eine andere Familie treffen. Bei aller Nächstenliebe, nach dem vierten Mal Magen-Darm in einem Monat, werde ich da vielleicht doch etwas egoistisch.

Aber beim Kinderkranheiten-Bingo darf eh jeder mal Gewinner sein. Heute trifft es vielleicht den kleinen Julian, morgen ist Yvie dran und übermorgen halt dein eigenes Kind. Ist das nicht toll? Und so gerecht!

Gut, man kann schon sagen, dass das erste Jahr im Kindergarten das Schlimmste ist. Also der erste Winter. Meine Kinder fielen in ihrem jeweils ersten Krippenjahr gerne so alle zwei Wochen wie die Fliegen jedem erstbesten Keim zum Opfer. Und was sagt der Kinderarzt? „Toll. Das Immunsystem wird immer besser.“ Na danke auch. Aber wann wird es endlich besser? Zum Abi?

Eltern-Lotto – wer darf arbeiten?

Nee, so lang dauert es dann doch nicht. Bei allem Gestöhne muss ich zugeben, dass wir mittlerweile doch stabiler aufgestellt sind und selbst die Kleinste nicht mehr jeden Keim mit nachhause nimmt. Statt einmal die Woche Magen-Darm nehme ich doch jede Schnupfennase mit Kusshand. Hatschi…

Und doch, irgendwann sind auch wir eben wieder dran. Letzte Woche zum Beispiel. Das Kind hatte Husten. Nichts wirklich Dramatisches, aber eben so schlimm, dass sie kaum  schlafen konnte und wir alle mehrere Stunden wach waren.

Also durften wir endlich wieder unser Lieblingsspiel spielen. Ich nenne es gern das Eltern- oder Betreuungslotto. Wer kann / darf / muss heute arbeiten und wer übernimmt die Pflege zuhause und schleppt sich samt Kind zum Kinderarzt?

Wer hier das einfachere Los gezogen hat, kann man vorher natürlich nicht direkt abschätzen. An manchem Nachmittag mit dauerhaft unleidlichem Kind habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht als ein ruhiges Büro so ganz für mich allein. Jep, so ist es. Aber auch mit Augenringen zwischen ausgeschlafenen Kollegen sitzen und nur mit Mühe und Not dem Gesprochenen folgen können, ist nicht immer die bessere Wahl.

Wir machen es also wie wohl tausende Elternpaare da draußen. Wer hat die „wichtigeren“ Termine oder bei wem brennt es gerade mehr auf der Arbeit? Derjenige geht, der andere bleibt. Punkt. Klingt ganz simpel, ist aber natürlich nicht immer so einfach zu klären.

Und dann hangeln wir uns so durch die Woche.

Von Tag zu Tag. Kann vielleicht an einem Tag eine Oma kommen? (Anmerkung: beide Omas wohnen ca. 300 km weit weg und sind z.T. noch berufstätig.) Kann ein Kind mit zu einem Termin? Was kann aus dem Homeoffice erledigt werden?

Ein Hoch auf alle Arbeitgeber, die da mit Verständnis reagieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, viele (junge) Eltern im Kollegenkreis sorgen auf jeden Fall für ein verständnisvolles Klima.

So und wer hat nun die ultimativen Tipps, mit denen wir alle gesund durch den Winter kommen? Ich freu mich wie immer von euch zu hören. Love, eure Sonja <3

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