Warum ich die Weihnachtszeit liebe und zelebriere – Achtung, jetzt wird’s kitschig!

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Weil – das muss auch mal sein. Ich liebe Weihnachten und zelebriere gern alles, was damit zu tun hat. Ich gestehe es, auch wenn es vielleicht alles andere als cool, lässig oder punkrock ist. Is mir wurscht. Heute ist der 27. November. Die Lichterketten hängen, die Fenster sind geschmückt, die Kerzen stehen, der Adventskranz ist gebastelt, der Adventskalender hängt und ja „Last Christmas“ lief auch schon.

Süßer der Glühwein nie schmecket

Natürlich trefft ihr mich auf dem Weihnachtsmarkt, auch wenn ihr ihn das Wacken der Büroangestellten nennt. Natürlich ist der Keller schon voll mit Geschenken. Und ja, es ist wieder mehr, als ich eigentlich kaufen wollte. Buuh, böser Konsum. Wir werden auch wieder einen richtig echten Tannenbaum kaufen, auch wenn das nicht total öko und vegan und sonstwas ist. Aber soll ich euch mal was sagen? Ich liebe es. Ich habe Weihnachten schon immer geliebt.

Ich weiß noch heute, wie mein Kinderherz früher gehüpft ist, wenn der Adventskalender wieder hing. Jedes Jahr derselbe aus kleinen Jutesäcken und  mein Bruder und ich durften uns abwechseln beim Öffnen. Ich erinnere mich an Schnee schippen vorm Haus, an Plätzchenduft und an unsere Weihnachtspyramide, die immer an einer Seite ankokelte, weil sie etwas unrund lief und ständig hängen blieb.

Weihnachten wurde gebacken und gelacht und Mama klingelte mit dem Glöckchen und Papa und später der Stiefpapa durfte als einziger die Kirche schwänzen und schaffte es trotzdem nie das Christkindlein zu erwischen.

Später fuhr jedes Jahr wieder die Weihnachtslok um den Christbaum im Wohnzimmer und das Haus leuchtete von Weitem in bunten Farben. Danke Opastern.

Weihnachten ist früher und heute – alles in einem 

Wenn ich an Weihnachten denke vermischen sich so viele verschiedene Erinnerungen. An die Heiligabende meiner Kindheit. An Feiertage als Jugendliche zwischen Disco und Gänsebraten. Und an heute.
Ich denke an Tage voller Vorfreude und Aufregung als Kind. An Abende unterm Tannenbaum inmitten von Tonnen von Geschenkpapier und an stundenlanges Spielen mit meinem Bruder.

Ich erinnere mich an den verzweifelten Versuch den Tannenbaum in diesem wackeligen  Ständer mit den Nägeln gerade zu kriegen und an Bänder an Schränken, die das ganze „im Verborgenen“ regeln sollten. Ich erinnere mich an die Lichterketten und die Suche nach dem defekten Lämpchen. Alle Jahre wieder.

Ich erinnere mich an chaotische und herzliche Abende bei der besten und gleichzeitig beklopptesten angeheirateten Familie der Welt. Ich erinnere mich an Hunde, die Umschläge mit Geld futtern, an erste Geschenke von meinem damals frischen Freund und heutigem Mann. Ich denke an Monopoly bis tief in die Nacht und an Schnaps, tonnenweise Schnaps. Ich denke auch an Heimkommen in die Geburtsstadt und mit meinem Bruder durch die Straßen ziehen. Und auch an Feuerzangenbowle, du böses böses Ding.

Und irgendwann kamen die Kinder – und der Rollentausch 

Gibt es etwas Emotionaleres als das erste Weihnachten als richtige Familie? Zum ersten Mal gemeinsam einen Baum aussuchen und schmücken. Zum ersten Mal Geschenke aussuchen und Geschichten vorlesen. Zum ersten Mal unausgeschlafen mit zahnendem Baby unterm Baum sitzen, zum ersten Mal kotzt ein Kind den Weihnachtsbraten aus, zum ersten Mal drehst du selber durch, weil alles jetzt verdammt nochmal besinnlich sein soll… hehe. Und warum die ganze Aufregung? Weil du weißt, jetzt bist du der- oder diejenige, die für Erinnerungen sorgt.

Vielleicht liegt meine Begeisterung für die Weihnachtszeit auch an meiner eigenen Geschichte. Irgendwas ist da ja immer. In meinem Leben gab es recht viel Unbeständigkeit. Das ist jetzt per se erstmal nichts Schlimmes. Aber als Scheidungskind habe ich viele Dinge in sehr unterschiedlichen Patchwork-Kombinationen und an unterschiedlichen Orten erlebt. Das hat mich zu der gemacht, die ich bin.

Aber tief in mir drin brodelt sie, die Liebe zur Beständigkeit. Und einmal im Jahr darf sie raus. Zwischen Januar und November probiere ich gern was Neues aus. Okay. Aber an Weihnachten ist Schluss mit lustig.

Denn egal was in den Jahren passiert ist, gute oder auch nicht so schöne Dinge, Weihnachten kommt immer wieder. Und dann weiß ich, dass bei meiner Mama die Lichter hängen. Und ich weiß, dass ich heimkommen kann. Immer.

Und deswegen liebe ich Familientraditionen. 

So klein und albern sie auch sein mögen.

Ich liebe es, jedes Jahr auf den selben Hof zu fahren und bei derselben Familie unseren Tannenbaum auszusuchen. Und dann bei den Schafen im Stall vorbeizusehen und Glühwein zu trinken und eine Bratwurst zu essen.

Ich möchte, dass der Adventskalender für die Kinder immer an der gleichen Stelle neben dem Esstisch hängt.

Ich muss einmal in der Adventszeit Plätzchen backen und zwar mit den Kindern, auch wenn sie eigentlich nur Chaos veranstalten und ich hinterher völlig fertig die Küche wieder aufräume.

Ich höre den ganzen Dezember über kitschige Weihnachtslieder und singe mit den Kindern. Auch wenn mein Mann sich beschwert, dass seine ganze Spotify-Credibility den Bach runter geht. Sorry Schatz! :-*

Ich schaue selbstverständlich jedes Jahr mit dem Mann Chevy Chase und mit den Kindern „Drei Haselnüsse“ und den Omas Sissi.

Na ja und Schnee wär natürlich auch schee, aber was solls.

Hauptsache wir haben eine schöne Zeit zusammen. Und die Kinder stehen aufgeregt im Flur und versuchen einen Blick auf das Christkind zu erhaschen. Oder den Weihnachtsmann. Da bin ich dann wieder flexibel.

Und ihr? Seid ihr Team Grinch oder Team Christmas? Ich wünsch euch jedenfalls ein paar schöne Stunden mit euren Lieben! Love, eure Sonja <3

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2 thoughts on “Warum ich die Weihnachtszeit liebe und zelebriere – Achtung, jetzt wird’s kitschig!

  1. Ich durchlebe gerade einen Wandel so scheint es…und wechsel von Team Grinch zu Team Christmas! Zumindest schläft der grüne Knottersack in mir noch und wir backen Plätzchen und hören Zuckowski stattdessen! 😂 LG!!

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