Verzichten und zu mir selber finden – so war meine Woche Heilfasten

Mehr Obst braucht das Land.
Photo by Kimberly Nanney on Unsplash

Und zack, so schnell sind fünf Tage Fasten auch schon wieder rum. Heute morgen war nicht nur der Tag meines Fastenbrechens. Es war auch der erste Kindergartenmorgen nach den Weihnachtsferien, also der Start zurück in den Alltag für die gesamte Familie.

Worüber ich mich sehr gefreut habe:

Diesen Morgen noch einmal mit der gesamten Familie in Ruhe zu begehen. Normalerweise hetzen nämlich entweder der Mann oder ich vor dem Frühstück aus dem Haus. Heute morgen aber konnte ich nun meinen ersehnten Apfel essen. Und die Kinder waren ganz stolz auf mich. “Jetzt hast du nur noch null Tage” zählte die Große mir vor und freute sich mit mir über mein Frühstück, das aus einem Apfel und zwei Löffeln Haferflocken und laktosefreiem Hüttenkäse bestand. Und ich hab mich natürlich auch ziemlich gefreut. Obwohl ich wieder Erwarten doch noch länger hätte durchhalten können.

Wenig Hunger, aber doch ganz schön schlapp.

Der Hunger ging dieses Mal tatsächlich direkt am Entlastungstag und ward nicht mehr gesehen. Das hatte bei meiner letzten Fastenwoche vor immerhin zehn Jahren nicht so gut funktioniert. Vielleicht lag das ja am Brottrunk, den ich total für mich entdeckt habe. Anstatt ihn nur an Tag 1 zu trinken, um die Verdauung anzuregen, habe ich ihn über den ganzen Tag verteilt zu mir genommen und mit ein wenig Saft und Wasser gemixt.

Dazu habe ich jede Menge Kräutertees und morgens handaufgebrühten Senchai-Tee kombiniert, den mir mein Bruder und meine Schwägerin direkt aus Tokio mitgebracht haben. Das ist eine Sorte grüner Tee und ich hatte einfach das Gefühl, dass er mir gut tut. Mittags und abends gab es warme Suppe zur Abwechslung.

Mamaaa, Mamaaaa, Mamaaaaaaaaaa

Trotzdem habe ich die Woche alles andere als auf einer Backe abgesessen. Denn mit zwei kleinen Kindern im Haus ist und bleibt es nunmal laut und trubelig und auch anstrengend. Und so war ich abends doch mehr als platt und müde und fühlte mich auch hypersensibel. Körperlich und seelisch.

Meine Nerven waren wirklich nicht die besten und gerade die Wutanfälle meiner Kleinen, die gerade mitten in der Autonomiephase steckt, hab ich echt schlecht verpackt. Aber die Kinder sind ja auch nicht immer gut drauf. Ich finde, da müssen sie es auch mal aushalten, dass auch Mama nicht immer der LiLaLauneBär sein kann.

Auch körperlich habe ich das Entgiften gespürt. Meine Haut war extrem trocken und empfindlich. Ich war ziemlich schmerzempfindlich und abends wie schon erwähnt richtig kaputt. Trotzdem ist mir das Schlafen schwer gefallen. Vertrieben habe ich mir die Zeit dann mit jeder Menge Netflix. Muss ja auch mal sein. 😉

Fastenbrechen – so wichtig wie das Fasten selber

Auch nach dem Fasten sollte man nicht anfangen, sofort alles in sich hinein zu werfen, sondern das Essen in Aufbautagen langsam wieder steigern. Am besten verträglich sind frisches Obst und Gemüse sowie Reis oder Kartoffeln. Fettiges, Fleisch oder Genussmittel sind weiterhin tabu. Das Gute ist, die Portionen werden automatisch kleiner, wenn man mal ein paar Tage nur Gelöffeltes zu sich genommen hat. Und nach so einer Woche mit Flüssignahrung sind gekochte Kartoffeln wirklich ein kleiner Traum. Deswegen klappt es oft auch so gut, nach einer Phase des kompletten Verzichts, die Ernährung wieder bewusster zu gestalten. Das ist auch mein Plan. Nur gut, dass mein Mann und ich noch eine zweite Challenge am Laufen haben… 😉

Einen Monat kein Zucker und kein Alkohol

Beim Einkaufen von Chiasamen und Obst kann man auch eskalieren… 😉

Witzigerweise hatte ich außer am Entlastungstag keine Gelüste, die irgendwie mit zuckerhaltigen Lebensmitteln zu tun gehabt hätten. Meinem Mann sind die ersten Tage da deutlich schwerer gefallen und er hat sich auf massenhaft Obst gestürzt, während die Kinder nun ganz allein versuchen, die Unmengen an Weihnachtsschokolade, die die Großeltern über uns geschüttet haben, zu verputzen. Die Armen. Da wir den Süßkram immer nur in kleinen Dosen rausgeben, werden sie damit wohl beschäftigt sein bis es Ostern wird.

Den Rotwein jetzt mal im Keller stehen zu lassen, ist uns dagegen bisher überhaupt nicht schwer gefallen. Es gab an Weihnachten halt auch reichlich davon und die letzten alkoholfreien Jahre mit kleinen und kleinsten Kindern scheinen wohl auch ihre Spuren zu hinterlassen. 🙂

Und was kann ich aus dieser Woche Fasten nun für das neue Jahr ableiten? 

Warum tue ich mir diesen Stress eigentlich jetzt auch noch an? Zwischendurch blitzte der Gedanke natürlich auf. Und dann war da genauso plötzlich die Antwort: Weil ich es für mich tue. Für meine Gesundheit. Für meinen Geist. Weil ich spüre, dass ich das jetzt brauche. Und ja, ich nehme mir diese Zeit jetzt. Auch wenn das nicht so einfach ist. Für uns alle.

Sich selber nicht zu vergessen ist gerade als Mama oft genug eine ganz schöne Challenge. Und auch im Job, im Kindergarten, zwischen Freunden und Familie werden Erwartungen an mich heran getragen. Da fällt es mir nicht immer so leicht, mich auf mich selber zurück zu besinnen. Aber genau das habe ich mir für das neue Jahr vorgenommen. Mehr Ich.

Ich möchte mir wieder mehr kleine Inseln schaffen, auf denen es um mich und meine Herzensangelegenheiten geht. Um das Schreiben und mein Buchprojekt, das nun immer konkreter wird und von dem ich euch demnächst gerne mehr berichte. Um die Musik, die mir Kraft und Ausgleich gibt. Am besten, wenn sie richtig laut ist. Und um meine Werte, auf die ich mich auch in diesem Jahr wieder besinnen möchte.

Ich bin wie ich bin. Und das ist auch gut so. 

Ich bin Sonja. Klar, laut und unverstellt. Ich bin eine hoffnungslose Optimistin und glaube an das Gute. Ich fange gern 1000 und eine Sache an. Ich liebe Herausforderungen. Ich liebe das Leben. Ich liebe Essen. Und manchmal muss ich mir selber was beweisen. Zum Beispiel das ich verzichten kann. Und wer bist Du?

Love n peace, eure Sonja ❤

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