Fokussieren bitte!

Fällt es euch manchmal auch so schwer, euch auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren?
Ich stecke gerade mal wieder mitten drin in diesem Multitasking-Chaos. Obwohl mir meine ehemalige Chefin schon vor Jahren gepredigt hat, dass das dumm macht. Recht hatte sie. Das könnt ihr massenhaft im Netz nachlesen. Auch bei einem meiner absoluten Lieblings-Ablenker-Magazine EditionF.
Die treffen mit ihren Headlines so dermaßen oft meine Linie, dass ich kaum an einem Artikel vorbeikomme. Aber ich schweife ab. Ich bin ja selber schuld. Da lasse ich am Rechner schon extra den bösen FB-Button aus, schon blinkt es vom Smartphone rüber. Der Ton ist zwar schon seit Jahren aus, aber das Lämpchen auch auszuschalten, das bring ich nicht übers Herz.

Na gut, schnell eine Whatsapp schreiben. Man muss ja auch Kontakt halten… und schon bin ich wieder raus. Doch mal fix rüber zu Facebook, kurz mal bei Twitter die Lage checken, oh ein interessanter Artikel, kurz mal lesen, schnell mal kommentieren, weiter twittern, halbe Stunde rum.

Das ärgert mich übrigens nicht nur beim Arbeiten, sondern auch im Privatleben. Dieser ständige Zwang auf das Telefon zu gucken. Bloß nichts verpassen und dabei das Hier und Jetzt total verpeilen. Und mir gehts ja auch nicht alleine so. Offline sein ist längst nicht mehr uncool, sondern oft eine bewusste Entscheidung.

Gut, als Onlinejournalistin ist das beim Arbeiten oft schwierig, das liegt in der Natur der Dinge. Aber wenn ich mal ehrlich bin, je nach momentaner Aufgabe durchaus sinnvoll. Beim Korrekturlesen von Artikeln macht es durchaus Sinn, das auch am Stück zu machen.

Aber irgendwie muss ich mir das immer wieder bewusst vor Augen führen. Zu groß ist einfach die Verlockung mal ganz kurz aus der Aufgabe ausbrechen, nur mal eben grad schnell was anderes machen. Ist ja sonst auch wieder vergessen.

Auch in meinem zweiten Leben als Mama passiert mir das nämlich ständig. Mal eben die Wäsche an, dann fix zum Herd eilen, Einkaufszettel schreiben, und immer wieder dazwischen das Plappern des Kindes. Das mag nämlich nicht warten. Und zwar keine Sekunde lang. Und das kann ich ja auch irgendwie verstehen.

Nachts kann es dann passieren, dass ich stundenlang da liege und so vor mich hin denke. Was noch alles erledigt werden muss, wie es meinem Kind gerade in Entwicklungsphase sowieso geht, was ich für den Basar im KiGa backe, was ich morgen unbedingt mt ins Team-Meeting nehmen muss, was ich noch für die Präsentation xy brauche, was in der restlichen Familie mit Großeltern etc gerade ansteht, wann ich wohl mal wieder auf ein Konzert gehen kann, wann es endlich wärmer wird, wie das im Sommer wohl wird mit zwei Kindern … bla bla bla…. ein endloser wirrer Knoten an Gedanken tanzt fröhlich auf und ab.

Ordnung im Kopf muss her. Und deswegen fange ich jetzt an, Ordnung im Alltag zu schaffen.  Mit dem Smartphone gehts los. Das hast du jetzt davon du kleiner Verführer. Überlegt habe ich mir folgende Strategie:

  1. Offline Zeiten definieren:
    Familienzeit ist Familienzeit und basta. Das Handy leg ich vorsichtshalber ans andere Ende des Hauses. Am besten in eine andere Etage. Meine Faulheit besiegt nämlich im Zweifel meine Handysucht. Extra dafür jetzt nach oben / unten laufen? Och nööö…
  2. Social Media gezielt nutzen:
    Recherche ist Recherche. Dafür sind Social Media toll und wahnsinnig nützlich. Sinnloses Rumdaddeln aus Langeweile versuche ich aber zumindest zu verringern. Dafür auch wichtig: Punkt 1 > Offline Zeiten definieren. 🙂
  3. Langeweile zulassen:
    Mal ganz ehrlich, ist es wirklich so langweilig, mal eben fünf Minuten so auf der Terasse zu sitzen und die Sonne zu genießen? Oder ist es nicht viel blöder, sich in eine Schattenecke zu verkriechen, um mit zusammen gekniffenen Augen zu versuchen auf dem Display zu erkennen, was XYZ gerade gepostet hat? Eben. Also Augen zu und abschalten. Dem Moment auch mal eine Chance geben…

Und weil ich ein Fan  von “Keep it short and simple” bin, soll es bei diesen drei Punkten  bleiben. Damit habe ich wohl auch erstmal genug zu tun. So, und jetzt weiter mit der Einkaufsliste… oder wobei war ich gerade nochmal?

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